Neustadt in Sachsen, 16. Dezember 2020

550 Jahre Hofmühle im Ortsteil Langburkersdorf

In diesem Jahr feiert die Hofmühle in Langburkersdorf ihr 550-jähriges Jubiläum. Die Geschichte, dieses wohl zu den ältesten im Neustädter Tal zählenden Gebäuden, war sehr wechselhaft, was die umfangreiche Chronik zeigt. Im Jahr 1470 wurde die Hofmühle erstmals urkundlich erwähnt. Als „malmuhl und pretmulen war sie im Besitz der Familie von Lottitz. Viele Jahre arbeitete sie als Mahl- und Schneidemühle und wechselte mehrmals den Besitzer. Seit 1859 war sie über mehrere Generationen im Besitz der Familie Wießner. Jedoch ihre Geschichte bleibt ereignisreich. Im Jahr 1871 zerstörte ein großes Feuer, das von Neustadt ausging, große Teile des Niederdorfes und auch die Hofmühle. Nach dem Brand baute man sie völlig neu zu einem Dampfsägewerk auf. Ab 1902 wurde sie unter dem Namen „Heinrich Wießner – Dampfsäge, Hobelwerk und Kistenfabrik“ geführt und 1925 die Korbfabrik „Wießner und Golle“ gegründet. Nach dem 2. Weltkrieg, im Jahr 1945, betrieb man die Hofmühle nur noch als Sägewerk. 1972 wurde sie verstaatlicht und der Betrieb als Sägewerk eingestellt. Unter dem Namen: „VEB Holzwaren Langburkersdorf“ stellte man Holzleisten aller Art her. Nach der Wende im Jahr 1990 erfolgte die Fertigung von Holzfenstern. Im Jahr 2000 musste die Fensterproduktion aus wirtschaftlichen Gründen eingestellt werden. Damit hörte die Hofmühle als holzverarbeitender Betrieb endgültig auf zu existieren.

2002 erwarb die damalige Gemeinde Hohwald den unter Denkmalschutz stehenden Gebäudekomplex. Seit 2007 nutzt und betreut der „Förder- und Heimatverein Schloss Langburkersdorf e. V.“ die Hofmühle mit allen dazugehörigen Gebäuden. Mit viel Engagement wurde die Ausstellung „Bäuerliches Leben in Haus, Hof und Feld“ aufgebaut. Besonders engagierte sich dabei Familie Mutscher. Bemerkenswert ist, dass alle Exponate, egal ob alte Landmaschinen oder Einrichtungsgegenstände von Einwohnern gespendet wurden. So konnte die Ausstellung immer wieder erweitert werden. Inzwischen erfolgten auch umfangreiche Sanierungsmaßnahmen, die zum Erhalt des Gebäudes dringend nötig waren. Viele Arbeiten erbrachten die Vereinsmitglieder in Eigenleistung.

Mit Hilfe von Fördermitteln des Denkmalschutzes sowie Eigenmitteln des Vereins und der Stadt Neustadt in Sachsen wurden 2015 die Maschinenhalle und das Mittelschiff komplett saniert. 2017 konnte die Ausstellung im sanierten Gebäude wiedereröffnet werden. An den traditionellen Öffnungstagen, wie zum Beispiel der Einladung der Schulanfänger oder der Aktion „Sauerkraut einlegen“ können Sie sich gern im Gebäude umsehen und über die Chronik genauer informieren.

Aus Anlass des 550-jährigen Jubiläums wurde nun auf dem Parkplatz, gegenüber der Hofmühle, von der Stadt Neustadt in Sachsen und dem „Förder- und Heimatverein Schloss Langburkersdorf e. V.“ eine Blutbuche gepflanzt. Eine Rundbank, versehen mit einer Plakette, soll später zum Sitzen und Verweilen einladen.

Pflanzen eines Baumes anlässlich 550 Jahre Hofmühle

Anlässlich des 550-jährigen Jubiläums wurde am 3. Dezember 2020 eine Blutbuche gepflanzt, v. l. Jörk Wolf am Städtischen Bauhof, Dieter Mutscher und Falk Köhler, beide vom Förder- und Heimatverein Schloss Langburkersdorf e. V.


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