Ehemalige Gemeinde Hohwald
Fahrplan Stadtbuslinie
"Im Rahmen des operationellen Programms des Freistaates Sachsen für den EFRE in der Förderperiode 2007 bis 2013 nimmt die Stadt Neustadt in Sachsen EU- Fördermittel in Anspruch."

Nach der politischen Wende 1989/90 stand gerade unsere Region vor neuen Herausforderungen und dies vor allem auf wirtschaftlichem Gebiet.
Unsere größten Arbeitgeber wie Fortschritt - Landmaschinen oder auch das Dachziegelwerk Langburkersdorf hatten große Strukturveränderungen zu meistern.
Hunderte von Arbeitsplätzen gingen verloren. Andererseits sind durch die Treuhandanstalt diese großen Betriebsflächen für die Veränderungen nicht freigegeben worden. Für uns als kommunale Verantwortliche eine schwierige Situation, aber auch eine Herausforderung.
So wurde 1992 der gemarkungsübergreifende Industrie- und Gewerbepark Neustadt in Sachsen/Langburkersdorf ins Leben gerufen und die Arbeitsschritte zur schnellen Umsetzung ein-geleitet. Eine Gesamtfläche von 85 ha rings um das noch in Betrieb befindliche Dachziegelwerk wurde planungsseitig bearbeitet und beginnend ab 1992 schrittweise erschlossen. Schon die ersten Ansiedlungen hatten positive Auswirkungen auf unsere Region. Eine neue Verkehrsachse ist mit der Andreas-Schubert-Straße geschaffen worden und dient heute als Autobahnzubringer zur A4.
Beachtliche Nebenflächen des Dachziegelwerkes wurden revitalisiert und zum Teil mit hohen Kosten zur weiteren Nutzung hergestellt.
Das Unternehmen BORAL erwarb des Dachziegelwerk und später erfolgte die Übernahme durch WIEKOR.
Investitionen auch für mögliche alternative Produkte waren in der Diskussion, wurden aber nicht ernsthaft vorbereitet und nie getätigt.
Eine Entwicklung war damit nicht erkennbar und so kam es auch im Jahr 2002 zur Betriebsschließung. Ein weiterer Arbeitsplatzverlust für die Betroffenen war die Folge.
Seit diesem Zeitpunkt verwaltete eine Immobiliengesellschaft das Betriebsgelände. Für einzelne Objekte wurden Mieter gefunden, aber der Gesamtzustand verschlechterte sich zunehmend. Die Schornsteine wurden teilweise abgebrochen und mit Antennenanlagen versehen, die Gebäude standen zum Teil leer.
Schon mehrere Jahre war mein Ziel, Ordnungsmaßnahmen im Betriebsgelände zu realisieren und längerfristige Nutzungen damit vorzubereiten.
Anfragen von Investoren gab es dazu durchaus. Leider hat der Prozess mehrere Jahre gedauert, bis nun das Kaufangebot der Stadt mit dem Eigentümer und letztlich der Kaufvertrag am 9. Februar 2011 abgeschlossen wurde.
Für die Stadt war dies keine leichte Entscheidung. Im Gewerbegebiet haben wir noch freie Gewerbeflächen, allerdings im Einzelfall nur bis zu einer Größe von 1 ha bzw. 10.000 qm.
Zunehmend kommen Anfragen zu größeren Flächen bzw. auch zu möglichen Erweiterungsflächen.
Mit dem Erwerb ist ein Rückbau der Altanlagen vorgesehen und damit werden vier neue Bauflächen geschaffen.
Es ist nicht so, dass Investoren „Schlange stehen“. Gerade mit der in diesem Jahr fertigen Verkehrsanbindung zur Autobahn A4 kommen allerdings verstärkt konkrete Nachfragen zu solchen Flächen. Ein Investor kann nicht Monate warten bis eine Erschließung erfolgt, sondern die Entscheidungszeiträume werden immer kürzer.
Nur wenn eine Kommune den Vorlauf für solche Ansiedlungen sichert, wird es Erfolge geben.
Bedingt durch den noch vorhandenen Bevölkerungsrückgang, aber andererseits die gute Infrastruktur, Kinderbetreuung, Schulausbildung oder auch sportliche, soziale und kulturelle Angebote bietet unsere Stadt gute Voraussetzungen.
Neustadt braucht und schafft weitere Arbeitsplätze. Das ist eines unserer wichtigsten kommunalpolitischen Ziele und wir befinden uns auf gutem Wege.
Das Ziel, spätestens 2015 eine stagnierende Bevölkerungszahl zu erreichen, ist ein anspruchsvolles Ziel.
Manfred Elsner
Bürgermeister
Stadt Neustadt in Sachsen